Freunde historischer Fahrzeuge e.V. Immensen

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FhF Immensen - Unsere "Dampfimme"

Anno 1904 wurde in englischen Lincoln von der Firma Ruston Proctor & Co. eine Dampflokomobile mit der Fabrikat Nr. 27360 gebaut. Sie befand sich noch bis in die 1970er Jahre bei der hannoverschen Brunnenbaufirma Fleck im Einsatz, ehe sie neuerer Technik weichen musste.
Als die Dampflokomobile dann zum Verkauf angeboten wurde, erwarben sie die Historischen kurzerhand...

... und brachten sie nach Immensen, wo sofort mit der Restauration der sehr gut erhaltenen Dampfmaschine begonnen wurde. Alle waren - im wahrsten Sinne des Wortes - mit Feuereifer dabei.

Zunächst mussten die Mannlöcher geöffnet werden, um den Kessel und die Rauchgasrohre in Augenschein nehmen - alles gut in Schuss - und gründlich reinigen zu können.
Auch der abklappbare Schlot samt Halterung wurde demontiert, um auch den letzten Rost und alte Farbe zu entfernen...


... so ... und nun ???

Alle Einzelteile wieder montieren, Mannlöcher verschließen und ordentlich abdichten, alle Schrauben richtig festziehen - lieber noch einmal genau nachsehen ... keine Teile über?
Dann Wasser auf den Kessel lassen, Feuer in der Feuerbüchse entfachen, auf den Dampf warten und...


...naja, noch nicht ganz dicht auf Anhieb. Da gibt's dann für den einen oder anderen schon 'mal 'ne kleine Dusche... aber wenigstens schön warm.
Also noch einmal nachsehen, ob auch wirklich nichts vergessen wurde, alles noch einmal gründlich abdichten, Schrauben kontrollieren und schließlich ist die Restauration...


... perfekt !!!

Die Dampflokomobile wurde nach ihrer Restaurierung mehrfach vom TÜV, der ja aus dem Dampfkesselüberwachungsverein hervorgegangen ist, geprüft. Dabei wurden u.a. die Wandstärken des Kessels mittels einer Ultraschallsonde gemessen, eine Druckprobe durchgeführt sowie die Überdruckventile geprüft und eingestellt.
Die Dampflokomobile besitzt bei einer Heizfläche von 12,4 m² und einer Rostfläche von 0,5 m² eine Feuerungswärmeleistung von 150 kW. Die zulässige Dampferzeugung liegt bei 240 kg/h und der maximale Betriebsdruck bei 7 bar.


Zum Dreschefest am 20.-21.08.2005 war es dann endlich soweit!
Alle notwendigen Prüfungen waren erfolgt, alle Gutachten lagen vor, alle Papiere und Genehmigungen waren vorhanden... die Dampflokomobile sollte nun nach über 30 Jahren Pause wieder unter Dampf gesetzt werden, um (in diesem Fall landwirtschaftliche) Aggregate anzutreiben.
Doch zuvor sollte sie getauft werden...

Als Paten standen die Dampfwalze Miss Elli (Bj. 1925, 13 t) - sowie mehrere Modelle unterschiedlicher Maßstäbe bereit.
Zunächst aber hatte der Vorbesitzer Herr Fleck das Wort, den die Restaurierung "seiner" Dampflokomobile sehr freute. Zum Dank überreichte er den Historischen einen Öler, den Präsident Bernd Rechtien stellvertretend entgegennahm.

Einen kurzen "medizinischen" Exkurs gab daraufhin Günzel Schünemann dann den an diesem Wochenende anwesenden Schaulustigen, in dem er erläuterte, was es mit dem "Dampf-Virus" auf sich hat und wie am sich am besten und sichersten anstecken kann...
Von den weit über 4000 Anwesenden wird er ja wohl hoffentlich den einen oder anderen infiziert haben...

Und dann war es endlich soweit, als eine Flasche vom feinsten Sekt an der Narbe des rechten Vorderrades zerschellte... die Dampflokomobile wurde feierlich auf den Namen Dampfimme getauft und das Emblem an der Frontluke enthüllt, das eine Imme, das Wartzeichen von Immensen, zeigt.


Nach der Zeremonie sollte dann auch gleich zur Tat geschritten werden...
Das Feuer war geschürt, der Dampf heiß und ausreichend Druck auf dem Kessel. Es erfolgte noch einmal eine kurze technische Inspektion, die Öler wurden auf ausreichende Füllung geprüft...

...ein Pfiff, und langsam setzte sich das mächtige Schwungrad der Dampfimme in Bewegung, um über einen Riemen den Dreschkasten anzutreiben...

...so dass auch der Präsident der Historischen alles stehen und liegen ließ, um kurzerhand selbst zur Forke zu greifen und mit Feuereifer das Stroh vom Auswerfer des Dreschkastens auf den nahegelegenen Haufen zu befördern, der sich bereits seit einer geraumen Weile fest in Kinderhand befand.


Auch während der "dampffreien" Zeit in den Wintermonaten waren die Historischen natürlich wieder unermüdlich...


...so dass sich die Dampfimme zum Dreschefest am 19.-20.08.2006 bereits in ihrem neuen Kleid präsentieren konnte...


...das frische Grün der neuen Bleche und die Messingriemen glänzen in der Sommersonne!